Oliver Krautscheid: Europäisches Private Equity noch nicht aus der Krise

In der globalen Markt für Beteiligungskapital knallten 2006 noch allerorts die Champagner-Korken. Die Gelder institutioneller Investoren in Private Equity Fonds flossen in Strömen, der Kaufanteil am M&A Markt betrug fast die Hälfte aller Transaktionen und die Firmenübernahmen kannten wertmäßig keine Grenzen mehr nach oben. Zu den Boomzeiten stellten die größten US Private Equity Fonds jeweils hunderte Millionen große Schecks für Vermittlungshonorare an die Investmentbanken aus, die zu den bekannten Exzessen und historischen Bonusrekorden führten.

Aber bereits im Jahre 2007 ging das Investoreninteresse zurück und seit der zweiten Jahreshälfte 2008 nach dem Kollaps der Lehman Brothers Investmentbank suchten die Investoren das Weite.

In den vergangenen vier Jahren (2009-12) war das kumulierte eingeworbene Kapital für europäisches Private Equity in Höhe von EUR 104 Milliarden deutlich geringer wie in einem einzigen Jahr 2006 mit rund EUR 117 Milliarden (Quelle: EVCA 2013 und PEREP Analytics).

Die Zurückhaltung bei den Geldgebern von Private Equity Fonds sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit von Akquisitionsfinanzierungen führten zu einem deutlichen Einbruch der Übernahmen durch Private Equity Fonds. Während im Jahre 2007 europäische Fonds noch 80 Milliarden in Deals investierten, waren es im Jahre 2012 lediglich 34 Milliarden.

Die traditionellen Geldgeber von Private Equity Fonds sind in Europa: Pensionsfonds (Anteil 22% fallend) Dachfonds (Anteil 14% stabil), Staatsfonds (Anteil 11% steigend) und andere staatliche Investitionen (Anteil 10% steigend) sowie Family Offices (Anteil 9% steigend) und Versicherungen (Anteil 7% fallend).

Für das Einwerben von frischem Geld in Private Equity Fonds, welche überlicherweise eine 10-jährige Laufzeit haben, wurde immer wichtiger, dass die Investoren erst einmal ihr Geld aus Vorgängerfonds zurück erhielten. Die Unternehmensverkäufe von Fonds waren im Krisenjahr 2009 und 2010 noch gering (je 12-14 Milliarden). Im Jahre 2011 wurden immerhin 31 Milliarden desinvestiert, aber die Geschwindigkeit der Rückflüsse konnte im Jahr 2012 mit rund 19 Milliarden nicht gehalten werden.

Trotz lockerer Geldpolitik der Notenbanken, die schon einmal einen Boom beschert hat, erwarten viele Marktbeobachter eine anhaltende Zurückhaltung der Investoren. Ein wichtiger Aspekt ist die zunehmende Regulierung: Solvency II (Steuerung von Versicherungsgeldern in die Staatsanleihen), die AIFM-Richtlinie (Bürokratie bei den Investoren), Basel II und III (Kreditverteuerung) etc.

So bleibt es spannend, wie die junge Private Equity Branche mit der Krise umgeht und eine Neuausrichtung ermöglicht.

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Oliver Krautscheid: Amerikanische Investoren sind größte Private Equity Geldgeber

Sechs der zehn größten Investoren in Private Equity kommen aus den USA und sind allesamt öffentliche Pensionsfonds. Die KIA aus Kuwait rangiert auf Position zwei. Daneben sind zwei kanadische und ein niederländischer Investor in der Liste enthalten.

Weitere wichtige Investoren in Private Equity sind die amerikanischen Universitätsstiftungen: Yale University Endowment (USD 8,5 Mrd.), Stanford und Harvard Management Company (mit jeweils USD 7 Mrd.).

Die größten Family Offices und Stiftungen, welche in Private Equity investieren sind Welcome Trust (USD 6,8 Mrd.), Bregal Investments (USD 3,9 Mrd.) beide aus UK sowie die US Investoren Howard Hughes Medical Institute (USD 3,7 Mrd.),  Kemnay und Mayo Clinic (beide je USD 2,0 Mrd.).

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Oliver Krautscheid: In 2012 erzielten Hedgefonds im Distressed Debt-Bereich die besten Renditen

Während in 2012 die deutsche Börse brummte – der DAX stieg um 29%, dem größten Plus seit neun Jahren – erzielten viele Hedgefonds nur durchschnittliche Ergebnisse für ihre Investoren.

Die Spannbreite der erzielten Jahresrenditen 2012 schwankte im Top bei rund +11%, die in den folgenden Kategorien erreicht wurden: Distressed debt, Emerging markets, Fixed income arbitrage sowie Multi-strategy, bis hin zum Schlußlicht mit -20% für die Dedicated short strategy und einer durchschnittlich negativen Performance der CTA-Manager.

Die Volatilität im Markt (VIX Index) als Maß für das Risiko war in 2012 überwiegend niedrig und schwankte zwischen 26% im Mai 2012 und 13% im August 2012. In den vorangegangen Krisenjahren (Ende 2009) erreichte die Volatilität zeitweise bis zu 80%.

Die nachfolgende Tabelle enthält die durchschnittlichen Hedgefonds-Ergebnisse der jeweiligen Anlagestrategien:

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Oliver Krautscheid: Hedgefonds florieren trotz negativer Prognose nach Lehman-Pleite

Nach dem Kollaps der Investment Bank Lehman Brothers im September 2008 wurden Hedgefonds als unreguliertes Schattenbank-System respektive als Problem gesehen. Manche Experten prognostizierten, dass innerhalb von fünf Jahren rund die Hälfte aller Hedgefonds von der Bildfläche verschwinden werden. Ein gegenläufiger Trend ist eingetreten. Trotz großer Verunsicherung und der anhaltenden Vertrauenskrise, welche zeitweise dazu geführt hat, dass Investoren nur noch erstklassige Staatsanleihen und Gold halten wollten, hat sich die Hedgefonds-Branche gut weiter entwickelt. Knapp 7.500 Hedgefonds verwalteten zum Jahresende 2012 über USD 2,2 Billionen Gelder.

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