Ifo zu Coronakrise: Wir müssen nicht mehr an der Schwarzen Null festhalten

Eine Rezession ist wegen der Ausweitung des Coronavirus in Deutschland wahrscheinlich, warnt Ifo-Chef Clemens Fuest im Interview mit Business Insider.

Um strauchelnden deutschen Unternehmen aus der Krise zu helfen, muss es der Regierung deswegen erlaubt sein, Kredite aufzunehmen und mit der Schwarzen Null zu brechen, sagt Fuest.

„Es ist nicht sinnvoll, die Schwarze Null in einer Krise zu verteidigen. Das wäre kontraproduktiv. Die Schwarze Null ist eine kluge politische Festlegung für eine wirtschaftliche Boom-Zeit, wie wir sie hatten. Das hat sich jetzt geändert, wir müssen deswegen nicht mehr an der Schwarzen Null festhalten. In einer Krise muss es erlaubt sein, Kredite aufzunehmen“, sagt der Ifo-Chef.

Das Virus löse drei Schocks aus, zum einen den Nachfragerückgang aus betroffenen Ländern wie China. Außerdem gäbe es einen Vertrauensverlust auf den Finanzmärkten. Schließlich seien gerade ganze Lieferketten und damit das Angebot gefährdet.

„Die Politik kann Notkredite für Firmen anbieten, die wegen Corona von Insolvenz bedroht sind. Es besteht die Gefahr, das funktionierende Firmen aus Versehen in die Insolvenz geraten, weil ihre Gläubiger ihnen nicht mehr vertrauen. Man kann hier auf Erfahrungen aus der Finanzkrise zurückgreifen, damals gab es den Wirtschaftsfonds Deutschland“, sagt der Ifo-Chef.

„Das erinnert ein wenig an die ‚‘Whatever it takes“- Ankündigung von Mario Draghi in der Eurokrise“, sagt Fuest.

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2 Antworten auf „Ifo zu Coronakrise: Wir müssen nicht mehr an der Schwarzen Null festhalten“

  1. An der wird festgehalten, die Null lässt ohnehin Spielraum für eine extra Verschuldung bis 30 Milliarden Euro. Der Scholz wird die Null nicht opfern wegen einer Pandemie, die schlimmstenfalls die Rentenkasse entlastet – so brutal es klingt. :/

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