Quarantäne-Tagebuch-Daten nur auf deutschen Servern

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat versichert, sensible Gesundheitsdaten des staatlichen Quarantäne-Tagebuchs trotz Beteiligung des US-Unternehmens SAS Institute nur auf deutschen Servern zu speichern.

„An die Anwendung werden die höchsten Anforderungen an den Datenschutz und die Informationssicherheit gestellt“, teilte das BMG dem Handelsblatt mit. „Daher wird im Echtbetrieb die Datenhaltung in einer sicheren Serverumgebung des Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) realisiert.“

SAS Institute übernehme bei der Entwicklung die „anonymisierte Datenanalyse und das Reporting.“ Außerdem sei durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bereits eine tiefergehende technische Prüfung auf Datensicherheit durchgeführt worden, um die Einhaltung der höchsten Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

Die Beteiligung des US-Unternehmens SAS Institute hatte für Kritik gesorgt. „Aus den Fehlern, die bei der Datenspende-App des Robert Koch-Instituts und der Tracing-App gemacht wurden, sollte man lernen und eine größtmögliche Transparenz walten lassen“, sagte der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz dem Handelsblatt. „Vor diesem Hintergrund sehe ich die Entscheidung, eine US-amerikanische Big-Data-Firma mit ins Boot zu holen, durchaus kritisch.“ Das würde Akzeptanz und das Vertrauen in die Anwendung nicht gerade fördern. Die Applikation dürfe auf keinen Fall eine „digitale Fußfessel” werden. Ähnlich äußerte sich der FDP-Digitalexperte Manuel Höferlin. Im weiteren Projektverlauf unter Beteiligung ausländischer Unternehmen müsse sichergestellt sein, „dass nach den hiesigen Datenschutzstandards verfahren und die Daten ausschließlich in Deutschland gespeichert werden“, sagte er.

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