Vor Brexit: Finanzinstitute ziehen Kosten für Überweisungen in Pfund kräftig an

Der Brexit naht und sorgt für Unsicherheit unter Verbrauchern und in der Wirtschaft. Analog dazu sind in den letzten drei Monaten die Kosten für eine Transaktion nach Großbritannien bei den fünf größten Finanzinstituten in Deutschland um durchschnittlich 17 Prozent gestiegen. Das zeigen die Ergebnisse einer unabhängigen Studie des Marktforschungsunternehmens Consumer Intelligence im Auftrag des internationalen Zahlungsanbieters TransferWise.

Das Institut hat für fünf Währungen analysiert, wie viel Verbraucher für eine Überweisung von 1.000 Euro bei den verschiedenen Anbietern zahlen. Die analysierten Kosten setzen sich aus den offiziellen Überweisungsgebühren und dem versteckten Kostenaufschlag auf den Wechselkurs zusammen.

Überweisungen nach Großbritannien kosten mehr
Kunden der Postbank verzeichnen den höchsten Anstieg im Vergleich zu Juli diesen Jahres: Eine Überweisung von 1.000 Euro auf die britischen Inseln kostet mit 19,79 Euro heute 25 Prozent mehr. Um 23 Prozent erhöhte die Deutsche Bank ihre Gebühren auf 21,55 Euro. Bei der Sparkasse sind die Kosten um 21 Prozent auf 25,29 Euro gestiegen. Western Union verlangt mit 24,75 Euro elf Prozent mehr. Bei der Commerzbank sind die Gebühren nur um 2,7 Prozent gestiegen, dafür aber mit 30,71 Euro pro Transaktion insgesamt am höchsten.

Auffallend ist: Während die Grundgebühr bei den verglichenen Instituten unverändert geblieben ist, hat sich der versteckte Aufschlag auf den Wechselkurs massivst erhöht. Spitzenreiter ist hier die Sparkasse, die von 0,85 Euro zu 5,29 Euro einen Anstieg von über 520 Prozent hinlegt. Dahinter folgen die Postbank und die Deutsche Bank mit rund 500 bzw. 420 Prozent.

Western Union hebt Gebühren für internationale Geldtransfers am stärksten an
Im übergreifenden Währungsvergleich aller analysierten Finanzinstitute sind die Kostensprünge bei Western Union am größten: Für eine Auslandsüberweisung von 1.000 Euro in die fünf untersuchten Währungen verlangt der Anbieter durchschnittlich 37 Prozent mehr als noch im Juli. So sind die Kosten für eine Überweisung nach Polen um 85 Prozent gestiegen – Höchstwert der Analyse. Für den Transfer von 1.000 Euro in die USA werden 41 Prozent mehr fällig, für die Türkei 37 Prozent. Transaktionen nach Australien sind neun Prozent teurer als zuvor.

Kunden der Commerzbank zahlen weniger als im Juli
Als einzige der untersuchten Banken sind die durchschnittlichen Kosten bei der Commerzbank für eine Auslandsüberweisung von 1.000 Euro um knapp ein Prozent gesunken. Die Deutsche Bank verlangt hingegen im Schnitt knapp sieben Prozent mehr als noch im Juli. Bei der Sparkasse ist die gewünschte Überweisung in eine der fünf untersuchten Währungen um durchschnittlich 4,5 Prozent teurer geworden.

Kristo Käärmann, Mitgründer und Geschäftsführer von TransferWise, kommentiert:
“Im Vorfeld des Brexits haben die Banken und Finanzdienstleister ihre Preise angezogen – und dabei wollen sie unentdeckt bleiben. Während die offizielle Gebühr unverändert bleibt, schrauben sie heimlich am Wechselkurs und schlagen beträchtliche Mehrkosten auf. Statt vom guten Kurs zu profitieren, zahlen Verbraucher nun sogar noch mehr.

Mit TransferWise ermöglichen wir internationale Überweisungen zum echten Wechselkurs: Unsere Kunden überweisen den gewünschten Betrag auf ein Landeskonto von uns. Im Empfängerland zahlen wir im Anschluss die Summe in der Zielwährung aus. Vorab kommunizieren wir alle anfallenden Kosten transparent. Mit Hinblick auf die aktuelle Studie fallen bei uns mit durchschnittlich 5,75 Euro etwa viermal weniger Gebühren an als bei den traditionellen Anbietern.”

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