Altmaier konkretisiert Pläne für Datencloud Gaia-X

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich für seine geplante europäische Datencloud „Gaia-X“ die Unterstützung mehrerer Dax-Konzerne gesichert. An einem Strategiepapier, das Altmaier am kommenden Dienstag auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung in Dortmund vorstellen will, haben Deutsche-Bank-Vorstand Bernd Leukert, Deutsche-Telekom-Vorstand Claudia Nemat, der neue SAP-Ko-Vorstandschef Christian Klein sowie Siemens-Vorstand Roland Busch mitgearbeitet. Daneben nennt das Papier als Mitwirkende Unternehmen wie Bosch, Festo und die Friedhelm Loh Group. Das 34 Seiten umfassende Dokument liegt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor.

Gaia-X soll demnach eine Plattform zum Speichern, Austauschen und Analysieren von großen Datenmengen werden. Bislang greifen europäische Unternehmen dafür meist auf ausländische Anbieter wie Amazon Web Services, Microsoft, Google oder Alibaba zurück. Allerdings sollen sich nach den Plänen des Wirtschaftsministeriums auch diese an Gaia-X beteiligen können. „Die Mitwirkung steht auch Marktteilnehmern außerhalb Europas offen, die unsere Ziele der Datensouveränität und Datenverfügbarkeit teilen“, heißt es in dem Papier.

Altmaier schwebt schon seit längerem eine Art „KI-Airbus“ vor, bei dem sich Unternehmen gegenseitig große Datenmengen zur Verfügung stellen, um daraus neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. „Als nächstes wollen wir europäische Partner ins Boot holen und dem Projekt eine konkrete Gestalt geben“, sagte Altmaier der F.A.Z.

Starten soll Gaia-X dem Papier zufolge im ersten Halbjahr 2020. Als Rechtsform ist derzeit eine europäische Genossenschaft angedacht. „Erste Anwendungen soll es Ende 2020 geben“, so Altmaier. Das Wirtschaftsministerium fördert den Aufbau von Gaia-X mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Ob der Bund einen Anteil an Gaia-X halten will, hält man sich in Berlin offen.

2 Antworten auf „Altmaier konkretisiert Pläne für Datencloud Gaia-X“

    1. Ob die fehlenden Seiten die entscheidenden waren? Hahaha.

      Ich glaube persönlich ja leider nicht daran, dass das was wird. Deutschland glänzt nicht gerade mit Erfolgen in solcherlei Projekten. Die Sonderlocke Cloudlösung wird hier niemanden unabhängig machen von denen, die jenseits des Atlantik sitzen. Schon gar nicht, wenn das Projekt auf EU-Ebene ausgedehnt wird, das wird sich so verzerren und verzögern wie die EU-Rüstungsprojekte. Zuviele Köche verderben ja leider doch häufig den Brei.

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