Chipknappheit führt zu Einbruch in der Automobilproduktion

Die Autoproduktion in Deutschland wird 2021 noch einmal kräftig sinken, obwohl das Krisenjahr 2020 schon eine kräftige Schrumpfung gebracht hatte.

Der Verband der deutschen Autoindustrie (VDA) erwartet nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwochausgabe) für das laufende Jahr eine Verringerung der Autoproduktion auf nur noch 2,9 Millionen Fahrzeuge, im vergangenen Jahr waren es noch 3,5 Millionen Autos. Das entspricht einem Rückgang um 18 Prozent zum Vorjahr. Die Gesamtproduktion fiele damit auf den Stand von 1975 zurück.

Zwar gibt es genügend Nachfrage nach Autos und lange Lieferzeiten, doch fehlen die Halbleiter, die in immer größerer Zahl in den Autos verbaut werden. Vor allem werden für Elektroautos etwa doppelt so viele Chips gebraucht wie für die bisherigen Verbrennermodelle. Lichtblick der deutschen Autoindustrie ist dabei, dass die Herstellungszahlen von Elektroautos kräftig wachsen. Alleine im Zeitraum von Januar bis August dieses Jahres wurden in Deutschland 400 000 Elektroautos hergestellt, mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres und vier Mal so viele wie 2019. Damit wird die Knappheit auf dem Markt für Halbleiter aber weiter verschärft.

Die deutsche Autobranche führt an, dass die Vorlaufzeiten für Bestellung von solchen Chips bis zu drei Jahre betragen, außerdem manche außerordentliche Entwicklungen wie Fabrikschließungen wegen des Coronavirus nicht vorhersehbar gewesen seien. Größere Produktionskapazitäten für Halbleiter, mit denen die internationale Versorgungskrise überwunden werden könnte, erwartet man aber erst für Ende des Jahres 2022. Bis dahin können die Autohersteller mit 470 000 Beschäftigten. einen Teil der Umsatzverluste ausgleichen, indem sie bei sofortiger Lieferung von Autos keine Preisnachlässe mehr bieten. Autozulieferer, die in Deutschland 300 000 Mitarbeiter beschäftigen, spüren die Krise deutlicher.

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