Fielmann: Krise bedeutet auch Möglichkeiten

Nach der Übernahme der Mehrheit an der spanischen Optiker-Kette Optica Universitaria will der deutsche Marktführer Fielmann weiter wachsen:

„Wir wollen jedes Jahr in einen neuen Markt eintreten“, sagte CEO und Miteigentümer Marc Fielmann im Handelsblatt-Interview. „Das soll nächstes Jahr weitergehen – entweder durch organisches Wachstum oder durch weitere Zukäufe.“ Fielmann hatte am Donnerstag die Verträge zur Übernahme von 80 Prozent an Optica Universitaria unterzeichnet. Aus Verhandlungskreisen verlautete, dass dafür 185 Millionen Euro bezahlt wurden.

Nun soll die Kette gemeinsam mit den beiden spanischen Gründern von Platz 3 zum Marktführer unter den spanischen Optikern entwickelt werden: „Langfristig soll das Unternehmen 900.000 Brillen verkaufen, heute sind es 400.000. Der Umsatz soll von gut 100 Millionen auf rund 250 Millionen Euro steigen“, so Fielmann. Allein nächstes Jahr sollen zehn neue Niederlassungen entstehen. So soll die Filialkette von heute 80 auf rund 200 Niederlassungen anwachsen. Das Unternehmen sei „kerngesund und gut positioniert“, sagte der Vorstandschef dem Handelsblatt. „Krise bedeutet eben auch Möglichkeiten.“

Obwohl Optiker und Hörgeräteakustiker vom aktuellen Lockdown in Deutschland ausgenommen sind, wagt Fielmann dennoch keine Prognose für das Gesamtjahr: „Wir gelten weiterhin als systemrelevanter Gesundheitsversorger. Aber wie hoch die Kundenzahlen angesichts des Lockdowns um uns herum nun noch sein werden, wissen wir natürlich nicht.“ Immerhin „Nachhol-Effekte“ habe es auch nach dem ersten Lockdown im Frühjahr gegeben: „Als die Innenstädte wieder öffneten, boomte auch in unseren Niederlassungen wieder das Geschäft.“ Im Vergleich zu anderen Branchen sei man „bislang vielleicht noch recht glimpflich durch die Krise gekommen“.

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