Siemens-Energy-Chef Bruch distanziert sich von künftigem Aufsichtsratschef Kaeser

Vor dem geplanten Börsengang Ende September geht der neue Siemens-Energy-Chef Christian Bruch erstmals auf Distanz zu seinem künftigen Aufsichtsratschef Joe Kaeser.

Der scheidende Siemens-CEO hatte den Energy-Vorstand in einem Interview Anfang Juli aufgefordert, »zügig einen interessengerechten Plan für den Ausstieg aus der Kohle vorzulegen«. Nun kontert Bruch: »Wir brauchen keinen Schubs, um zu wissen, dass wir langfristig aus der Kohle rausmüssen«, sagte er dem SPIEGEL, »es geht vielmehr darum, wie«.
Auch Kaesers Vorschlag, bei Siemens Energy einen mit externen Experten besetzten Nachhaltigkeitsbeirat einzurichten, stößt bei Bruch offenbar auf wenig Gegenliebe. »Ich weiß gar nicht, ob es ein solches Gremium geben muss«, soll Bruch im kleinen Kreis gesagt haben, die Verantwortung liege »beim Vorstand beziehungsweise bei den Verantwortlichen der einzelnen Geschäftsbereiche«. Kaeser hatte mit dem Vorschlag versucht, den Proteststurm anlässlich der Lieferung einer Signaltechnikanlage für die australische Adani-Kohlemine einzudämmen.
Umweltschützer der Fridays-for-Future-Bewegung, die die Protestwelle gegen den Adani-Auftrag organisiert hatte, wollen im Vorfeld des Börsengangs an Siemens-Standorten in München, Berlin und Erlangen Großkundgebungen abhalten und den zügigen Ausstieg des Konzerns aus Kohle und anderen fossilen Energieträgern fordern.

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