Oliver Krautscheid: Bundesbank ermittelt, Italiener und Spanier sind reicher als Deutsche

Die Bundesbank ermittelte, was Politiker und wütende Menschen in Krisenländern gar nicht wissen wollen. Nach dem Motto: Die reichen Deutschen müssen helfen, weil wir von Exporten in eben jene Krisenländer profitieren ist zu einfach. Exporte machen uns nur dann reich, wenn die konsumorientierten Südländer auch zahlen. Außerdem wird an verschiedenen Stellen deutlich, dass viele heutige Krisenländer in den vergangenen zehn Jahren deutlich über ihre Verhältnisse gelebt haben und die Wähler mit Geschenken überhäuften. Der hohe Immobilienbesitz in Spanien und Frankreich ist ein direktes Resultat aus diesen Wahlgeschenken, welches wir Deutschen bezahlen sollen. Die WELT Online vom 21. Mär 2013 fasst die Ergebnisse der Bundesbankanalyse knackig zusammen:

Reicher Norden, armer Süden – so sieht Europa aus. Wirklich? Wenn man auf die Vermögen der Bevölkerung blickt, zeigt sich ein anderes Bild. Spanier oder Italiener besitzen weit mehr Geld als Deutsche.

Die Vermögen der Privathaushalte in Deutschland sind einer Studie der Bundesbank zufolge deutlich kleiner als in Euro-Krisenländern wie Spanien oder Italien. Das mittlere Vermögen deutscher Haushalte belaufe sich auf rund 51.400 Euro netto, teilte die Bundesbank am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. In Italien (Link: http://www.welt.de/114493612) betrage das Haushaltsvermögen rund 163.900 Euro, in Spanien rund 178.300 Euro.

In Frankreich belaufe sich das Vermögen der Haushalte im Mittel auf 113.500 Euro, erklärte die Bundesbank weiter. Der für Österreich ermittelte Wert liege mit 76.400 Euro näher am deutschen Niveau. In Deutschland selbst falle das mittlere Vermögen im Osten mit 21.400 Euro deutlich geringer aus als im Westen mit 78.900 Euro je Haushalt.

Die Bundesbank berechnete für die Untersuchung die mittleren Vermögen der Haushalte mit dem sogenannten Median. Dabei handelt es sich zwar um einen Mittelwert, der aber auf andere Weise ermittelt wird als der herkömmliche Durchschnittswert, das arithmetische Mittel. Der Median wird dadurch weniger stark durch Ausreißerwerte nach oben und unten verzerrt. Besonders reiche oder arme Haushalte fallen also weniger ins Gewicht.

Zur Berechnung des Medians wurde eine repräsentative Auswahl der 40 Millionen Haushalte in Deutschland in einer Reihenfolge nach aufsteigendem Vermögen aufgereiht und die Gesamtzahl der Haushalte dann in zwei Hälften geteilt: Auf der einen Seite liegen die Haushalte mit einem Vermögen über dem Mittelwert, auf der anderen Seite Haushalte mit einem geringeren Vermögen.

Deutsche besitzen weniger Immobilien

Für das im Vergleich mit anderen Euro-Ländern geringere mittlere Vermögen der Haushalte in Deutschland gibt es nach Angaben der Bundesbank eine Reihe von Gründen. So seien etwa nicht alle Vermögensansprüche der Haushalte erfasst wie etwa gegenüber der gesetzlichen Sozialversicherung.

Damit aber würden für viele Haushalte „die meisten der Lebensrisiken und Grundbedürfnisse zumindest prinzipiell“ abgedeckt. Beispiele hierfür seien die gesetzliche Vorsorge für Alter, Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Aber auch staatlich finanzierte Bildung an Schulen und Hochschulen falle darunter.

Das mittlere Vermögen in Deutschland werde auch immer noch durch die Wiedervereinigung gedrückt, teilte die Bundesbank weiter mit. Daneben sei die Neigung der Deutschen, Immobilien (Link: http://www.welt.de/110314467) zu kaufen, vergleichsweise gering.

Repräsentative Untersuchung von 3600 Haushalten

Auch bei Berechnung des Vermögens der Haushalte über den herkömmlichen Durchschnittswert liegen die Deutschen hinter anderen Euro-Staaten zurück, wie aus der Untersuchung der Bundesbank hervorgeht. Bei spanischen Haushalten liege das durchschnittliche Vermögen bei 285.800 Euro netto, in Österreich bei 265.000 Euro und in Frankreich bei 229.300 Euro.

In Deutschland belaufe sich der Wert auf 195.200 Euro – liegt aber im Westen mit 230.240 Euro in etwa auf dem Niveau von Frankreich. Für Italien liegt demnach kein Durchschnittwert vor.

Die Bundesbank befragte für die repräsentative Untersuchung knapp 3600 Haushalte in Deutschland zwischen September 2010 und Juli 2011. In den anderen Euro-Ländern erfolgten ähnliche Befragungen, mit deren Ergebnissen die Notenbanken ihre Entscheidungsgrundlagen verbessern wollen.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article114649182/Italiener-und-Spanier-sind-reicher-als-Deutsche.html

Oliver Krautscheid: Europäisches Private Equity noch nicht aus der Krise

In der globalen Markt für Beteiligungskapital knallten 2006 noch allerorts die Champagner-Korken. Die Gelder institutioneller Investoren in Private Equity Fonds flossen in Strömen, der Kaufanteil am M&A Markt betrug fast die Hälfte aller Transaktionen und die Firmenübernahmen kannten wertmäßig keine Grenzen mehr nach oben. Zu den Boomzeiten stellten die größten US Private Equity Fonds jeweils hunderte Millionen große Schecks für Vermittlungshonorare an die Investmentbanken aus, die zu den bekannten Exzessen und historischen Bonusrekorden führten.

Aber bereits im Jahre 2007 ging das Investoreninteresse zurück und seit der zweiten Jahreshälfte 2008 nach dem Kollaps der Lehman Brothers Investmentbank suchten die Investoren das Weite.

In den vergangenen vier Jahren (2009-12) war das kumulierte eingeworbene Kapital für europäisches Private Equity in Höhe von EUR 104 Milliarden deutlich geringer wie in einem einzigen Jahr 2006 mit rund EUR 117 Milliarden (Quelle: EVCA 2013 und PEREP Analytics).

Die Zurückhaltung bei den Geldgebern von Private Equity Fonds sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit von Akquisitionsfinanzierungen führten zu einem deutlichen Einbruch der Übernahmen durch Private Equity Fonds. Während im Jahre 2007 europäische Fonds noch 80 Milliarden in Deals investierten, waren es im Jahre 2012 lediglich 34 Milliarden.

Die traditionellen Geldgeber von Private Equity Fonds sind in Europa: Pensionsfonds (Anteil 22% fallend) Dachfonds (Anteil 14% stabil), Staatsfonds (Anteil 11% steigend) und andere staatliche Investitionen (Anteil 10% steigend) sowie Family Offices (Anteil 9% steigend) und Versicherungen (Anteil 7% fallend).

Für das Einwerben von frischem Geld in Private Equity Fonds, welche überlicherweise eine 10-jährige Laufzeit haben, wurde immer wichtiger, dass die Investoren erst einmal ihr Geld aus Vorgängerfonds zurück erhielten. Die Unternehmensverkäufe von Fonds waren im Krisenjahr 2009 und 2010 noch gering (je 12-14 Milliarden). Im Jahre 2011 wurden immerhin 31 Milliarden desinvestiert, aber die Geschwindigkeit der Rückflüsse konnte im Jahr 2012 mit rund 19 Milliarden nicht gehalten werden.

Trotz lockerer Geldpolitik der Notenbanken, die schon einmal einen Boom beschert hat, erwarten viele Marktbeobachter eine anhaltende Zurückhaltung der Investoren. Ein wichtiger Aspekt ist die zunehmende Regulierung: Solvency II (Steuerung von Versicherungsgeldern in die Staatsanleihen), die AIFM-Richtlinie (Bürokratie bei den Investoren), Basel II und III (Kreditverteuerung) etc.

So bleibt es spannend, wie die junge Private Equity Branche mit der Krise umgeht und eine Neuausrichtung ermöglicht.

Oliver Krautscheid: Ablauf der (Staats-) Krise II

In dem Artikel: „Europa bereitet sich auf den Zypern-Kollaps vor“ erläutert Martin Greive von der WELT, wie die Staatskrise in Zypern ablaufen könnte, wenn keine neue Lösung gefunden werden kann.

Es sieht immer mehr danach aus, als würde Zypern in die Staatspleite schlittern. Für die Euro-Zone wären die Folgen wohl beherrschbar – auf der Insel hingegen würde binnen Tagen das Chaos ausbrechen.    …

… Der Ablauf der Pleite

Eine Pleite Zyperns liefe wie folgt ab: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat klargemacht, dass sie keine insolventen Banken stützen darf und Zyperns Finanzhäusern nur helfen wird, wenn das Land mit den Euro-Rettern eine Einigung über ein Rettungspaket erzielt. Das Land kann aber nicht aus eigener Kraft seine maroden Banken mit frischem Kapital ausstatten. Ohne fremde Hilfe würde das Finanzsystem kollabieren, der zyprische Staat wäre pleite. Als erstes Euro-Land wäre Zypern von der Geldversorgung des Euro-Raums abgeschnitten.

Eigenes Geld drucken

Zypern bliebe nach einer Insolvenz nichts anderes übrig, als sein eigenes Geld zu drucken. Das Ausscheiden aus der Euro-Zone wäre besiegelt. Offiziell verkünden müsste das Land den Ausstieg nicht, weil das in den europäischen Verträgen gar nicht vorgesehen ist.

Die neue zyprische Währung würde stark abwerten, Güter aus dem Ausland deutlich teurer werden. Das Land geriete in einen tiefen Wirtschaftsabschwung. Die Regierung könnte sich weder im In- noch im Ausland Geld leihen, weil niemand mehr glauben würde, dass Zypern die Kredite auch zurückzahlen würde.

Die Staatsfinanzierung wäre nur noch über die Notenpresse möglich, es käme zu hoher Inflation. Außerdem müsste die Regierung harte Einschnitte vornehmen und etwa staatliche Renten kürzen.

Eine Staatspleite wäre für viele Zyprer also bitter. Die Frage ist, inwiefern die gesamte Euro-Zone von einer Pleite der Insel in Mitleidenschaft gezogen werden würde. An dieser Stelle gehen die Meinungen weit auseinander. Die EU hat Zypern für „systemrelevant“ erklärt, sonst hätte sie das Land rechtlich auch gar nicht retten dürfen.

Keine Schockwellen für Europa

Die Staatsschuld Zyperns beträgt nur 14 Milliarden Euro. Das ist viel für ein kleines Land mit einer jährlichen Wirtschaftsleistung von 17 Milliarden Euro. Aber insgesamt ist der Betrag zu gering, um Schockwellen durch das europäische Finanzsystem zu jagen.

Mehr Informationen unter: http://www.welt.de/wirtschaft/article114656483/Europa-bereitet-sich-auf-den-Zypern-Kollaps-vor.html?wtmc=nl.wdwbaufmacher

Oliver Krautscheid: Ablauf der (Staats-) Krise I

Ähnlich wie in Griechenland und Zypern fand zur Zeit der Staatskrise ein Run auf die Banken in Argentinien statt.

In Zeiten der Überschwangs fixierte die Regierung das Währungsverhältnis US Dollar zu Peso mit 1:1. Viele  Argentinier transferierten ihr Peso-Vermögen zu diesen Konditionen auf US-Dollarkonten bei heimischen Banken. Zur Bewältigung der hohen ausländischen Staatsschulden  beschloss die damalige Regierung in Buenos Aires einen Währungsschnitt von 1:4 zum US-Dollar. Auf dieser Basis wurden alle inländischen US-Dollarkonten zwangskonvertiert. Damit verlor der Durchschnittsbürger einen Großteil seines „sicheren“ US-Dollar-Vermögens. Nur die superreichen Argentinier blieben verschont, weil diese statt heimischer US-Dollarkonten eine direkte Bankbeziehung in den USA hatten.

Dem armen Argentinier wurde diese Wahrheit zudem nur langsam klar nachdem per täglichen Parlamentsbeschluss die Inlandsbanken für fast zwei Wochen geschlossen blieben, bis die Wirtschaft monetär auszutrocknen drohte.

Claudia Ulferts und Georg Thomas fassen den Staatsbankrott Argentiniens im Jahre 2001 zusammen.

Veröffentlichung auf Tagesschau.de aus dem Jahre 2010:

… Die Ursachen, die zum Ausbruch der Argentinien-Krise führten, sind zum Teil bereits mit Entscheidungen aus den späten 80er und frühen 90er Jahren verbunden. Nach der Rückkehr zur Demokratie 1983 litt das Land unter einer Hyperinflation. Um diese einzudämmen, führte der damalige Präsident Carlos Menem 1991 eine 1:1-Bindung der einheimischen Währung an den US-Dollar ein. Das beendete die Inflation und führte zunächst zu wirtschaftlicher Stabilität und einem Aufschwung.

Industrie durch Peso-Kopplung nicht mehr wettbewerbsfähig

Doch der Peso, argentinische Währung seit Anfang 1992, war mit der Dollar-Kopplung völlig überbewertet. Argentinische Waren wurden auf dem Weltmarkt teurer, Importware billiger – was zur Folge hatte, dass zahlreiche Fabriken und Unternehmen im Land schließen mussten. Eine massive Kapitalflucht setzte ein, das Land musste immer mehr Kredite aufnehmen, um alte Verbindlichkeiten zahlen zu können. Erschwerend kam hinzu, dass Brasilien 1999 seinen Real abwertete. Das Nachbarland, einer der wichtigsten Handelspartner Argentiniens, wurde so für ausländische Investoren interessanter. Brasilianische Waren verbilligten sich, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil einbrachte. Nicht nur Investoren zogen sich zunehmend aus Argentinien zurück, auch die Zahl der Exporte sank und das argentinische Handelsdefizit stieg. Mit der Bindung des Peso an den US-Dollar hatte Argentinien den Einfluss auf seine Zinspolitik abgegeben und fortan war das Land von der US-amerikanischen Konjunkturpolitik abhängig. Das stetige Wachstum der dortigen Wirtschaft Ende der 90er Jahre, das sich auch im starken US-Dollar ausdrückte, entwickelte sich für Argentinien zum Nachteil. Bei dieser Konstellation konnte die argentinische Volkswirtschaft nur durch einen Leistungsbilanzüberschuss oder durch Kapital aus dem Ausland wachsen. Die feste DollarBindung hatte so maßgeblichen Anteil am Entstehen der Wirtschaftskrise.

Verängstigte Kunden stürmen die Banken

Um das Land vor dem Bankrott zu bewahren, schnürte der Internationale Wahrungsfonds IWF in den Jahren 2000 und 2001 mehrere Hilfspakete, die an harte Auflagen geknüpft waren. Die internationale Organisation verlangte beispielsweise als Gegenleistung zu den gewährten Krediten von Argentinien, sein Haushaltsdefizit innerhalb eines Jahres um 2,5 Milliarden Dollar zu senken. Für ein Ende Dezember 2000 vereinbartes Hilfspaket über 39,7 Milliarden Dollar forderte der IWF unter anderem die Liberalisierung des Gesundheitswesens, weitere Privatisierungen und die Verringerung der Einfuhren. Infolge der gewährten Kredite durch den Währungsfonds schien sich eine Entspannung der wirtschaftlichen Lage abzuzeichnen, die aber von den Auswirkungen des weltweiten wirtschaftlichen Einbruchs nach den Anschlägen vom 11. September zunichte gemacht wurde. Investoren agierten fortan zurückhaltender, die Rating-Agentur „Standard & Poor’s“senkte Argentiniens Bonitätsindikator und der IWF zog seine Hilfe zurück, da das Land die auferlegten Kriterien nicht erfüllen konnte.

Der Vertrauensverlust in der Bevölkerung führte zu einem Ansturm auf die Banken: Am 30. November 2001 wurden an einem einzigen Tag 1,3 Milliarden Peso abgehoben. Die Kunden wollten ihre Einlagen 1:1 in Dollar tauschen. Daraufhin ließ die Regierung Konten und Bankguthaben zunächst einfrieren. So beschränkte sie die Möglichkeiten Bargeld abzuheben auf wenige hundert Dollar pro Monat. Dieser Schritt verschärfte die Vertrauenskrise in die Wirtschaft weiter. Mitte Dezember 2001 kam es zu schweren Unruhen im Land. Die Wirtschaftskrise war zu einer Regierungskrise geworden. Innerhalb von zwei Wochen hatte das Land fünf verschiedene Präsidenten. Tausende Menschen gingen auf die Straßen, Supermärkte und Geschäfte wurden geplündert. Insgesamt starben bei den gewalttätigen Ausschreitungen 28 Menschen. Die Regierung rief schließlich den Notstand aus. Das Land, das inzwischen Schulden von rund 100 Milliarden Dollar angehäuft hatte, erklärte offiziell den Staatsbankrott.

Nachwehen der Wirtschaftskrise

Nachdem der IWF seine Unterstützung beendet hatte, stoppte Argentinien auch die Zahlungen an seine Gläubiger, weshalb es erst einmal nicht auf die Unterstützung des Währungsfonds angewiesen war. Um die Krise zu bewältigen, legte die argentinische Regierung Anfang 2002 ein Notstandsprogramm auf, das die Kopplung des Peso an den US-Dollar aufhob. Daraufhin verlor die argentinische Währung deutlich an Wert. Zugleich gab es Bemühungen, das Finanzsystem wieder zu stabilisieren, während bereits wieder mit dem IWF um eine Wiederaufnahme der Unterstützung verhandelt wurde. Obwohl Argentinien die Mahnungen ignorierte, Privatanleger zu entschädigen, gewährte der IWF dem Land im Januar 2003 ein Darlehen über rund drei Milliarden US-Dollar. Im April 2003 wurde Nestor Kirchner zum argentinischen Präsidenten gewählt. Da er für viele Beobachter als vertrauenswürdige Führungsperson galt, verstärkte er die leichte Aufwärtsbewegung, in der sich Argentinien inzwischen wieder befand.

Im September 2003 hatte Argentinien Auslandschulden in einer Höhe von 17,2 Milliarden US-Dollar. Etwas mehr als die Hälfte davon entfiel auf private Gläubiger. Erst im Januar 2005 machten die Argentinier ihren Gläubigern ein Angebot, das vorsah ihre Staatsanleihen umzuwandeln. Sie sollten im Schnitt auf 50 Prozent des Werts ihrer Einlagen verzichten – tatsächlich lag ihr Verlust in vielen Fällen noch höher. Wider Erwarten willigte dennoch eine Vielzahl der Geschädigten in die Pläne ein, so dass 7,6 Prozent der Staatsverbindlichkeiten in langfristigere Staatsanleihen getauscht wurden. Damit sanken die Staatsverbindlichkeiten auf 7,2 Milliarden Dollar im März 2005.

Weltweiter Aufwind hilft Argentinien aus der Krise

Bereits kurz nach der Krise, in der zweiten Jahreshälfte 2002 wuchs die die Wirtschaft wieder, und das setzte sich in den Folgejahren fort. Argentiniens Wirtschaft erholte sich auch dank des weltweiten Aufschwungs, doch Kritiker bemängelten, die Schere zwischen Arm und Reich klaffe in Argentinien nun weiter denn je auseinander. Bei der Suche nach Ursachen für die Krise wird auch über die Rolle des IWF spekuliert. Bis heute behaupten die Regierung und viele Argentinier, der IWF sei Schuld an der beispiellosen Staatspleite. Laut Wissenschaftlern hätte zumindest das Ausmaß der Krise durch rechtzeitiges Eingreifen der argentinischen Regierung oder des IWF verringert werden können. So hätte der IWF durch seine Kreditauflagen zum Beispiel darauf drängen können, die Peso-Dollar-Bindung früher, bereits Mitte der 90er Jahre aufzuheben.

Quelle: www.tagesschau.de/wirtschaft/argentinien134.html 1/3

Oliver Krautscheid: Kanzlerin Merkel erneuert Einlagen-Garantie

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet in ihrer heutigen Online-Ausgabe, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einlagen-Garantie für deutsche Sparer erneuert, nachdem eine Zwangsabgabe auf zyprische Bankeinlagen erhoben werden soll. 

„Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt. Und den Worten der Bundeskanzlerin und des damaligen Finanzministers ist nichts hinzuzufügen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Zypern sei ein Sonderfall. Unruhe unter Einlegern und Sparern in anderen Euro-Ländern sei daher nicht gerechtfertigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Finanzminister Peer Steinbrück hatten im Oktober 2008 zum Höhepunkt der Finanzkrise gemeinsam eine Garantie für die Spareinlagen in Deutschland abgegeben.

Quelle: http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE92H02T20130318

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Medienberater Marcus Johst

Der unter Tatverdacht stehende Erpresser unterliegt vor der Pressekammer des Berliner Landgerichtes.

Die Bekanntmachung der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Berlin und Zürich gegen Marcus Johst war rechtmäßig.

Zug, 6. März 2013 – Corporate News

Marcus Johst versuchte die Pressemeldung der The Fantastic Company AG („TFC“), vom 24. Januar 2013, in der die Gesellschaft bekannt gab, dass die Staatsanwaltschaft Berlin die Strafverfolgung gegen Herrn Marcus Johst wegen Erpressung, falscher Anschuldigungen etc. übernommen hat, durch Beantragung einer einstweiligen Verfügung zu stoppen.

Das Landgericht Berlin lehnte das Gesuch (Aktenzeichen 27 O 81/13) am 12. Februar 2013 ab und stellte klar, dass „bei Lichte betrachtet die Berichterstattung der Antragsgegnerin (nämlich der TFC) nichts anderes sei, als die Wahrnehmung ihres Rechts zum Gegenschlag.“

Zuvor hatte Marcus Johst mit Abmahnungen durch seinen Medienanwalt der Kanzlei Schertz Bergmann erfolgreich verhindert, dass unsere Presse-Mitteilung in wichtigen Medien veröffentlicht wurde. Angesichts des Urteils des Landgerichts Berlin geschah dies fälschlicherweise. Die Gerichtsentscheidung ist noch nicht rechtskräftig, weil Marcus Johst Beschwerde eingelegt hat.

The Fantastic Company AG, Zug, Schweiz

Der Verwaltungsrat
www.fantastic.com

Oliver Krautscheid: Amerikanische Investoren sind größte Private Equity Geldgeber

Sechs der zehn größten Investoren in Private Equity kommen aus den USA und sind allesamt öffentliche Pensionsfonds. Die KIA aus Kuwait rangiert auf Position zwei. Daneben sind zwei kanadische und ein niederländischer Investor in der Liste enthalten.

Weitere wichtige Investoren in Private Equity sind die amerikanischen Universitätsstiftungen: Yale University Endowment (USD 8,5 Mrd.), Stanford und Harvard Management Company (mit jeweils USD 7 Mrd.).

Die größten Family Offices und Stiftungen, welche in Private Equity investieren sind Welcome Trust (USD 6,8 Mrd.), Bregal Investments (USD 3,9 Mrd.) beide aus UK sowie die US Investoren Howard Hughes Medical Institute (USD 3,7 Mrd.),  Kemnay und Mayo Clinic (beide je USD 2,0 Mrd.).